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Bonhoeffer folgte dem Philosophen Kant als er provozierend feststellt: "Einen Gott, den 'es gibt', gibt es nicht!" Denn über alles, was "es gibt", könne der Mensch verfügen – und sei es nur in Gedanken; Gott aber sei nicht verfügbar.

Wenn wir über ihn nachdenken, kommt irgendetwas Menschliches dabei heraus, aber nichts Göttliches. Wir können über Gott nur etwas wissen, wenn er sich uns in einer Sprache offenbart, die wir verstehen können.

Kant unterschied zwischen Wissen und Glauben. Es gehe darum, was wir glauben dürften, auch ohne es beweisen zu können, und Bonhoeffer gibt ihm darin Recht.

Aber anders als Kant sagt er, das Gott sich finden lasse, denn er habe sich in Christus und den Worten der Bibel offenbart. Und zwar als ein Gott, der etwas fordert. Das ist ein erster entscheidender Beitrag des jungen Theologen zu der theologischen Debatte seiner Zeit.


Die Verbindung von Gotteserkenntnis und Weltwirklichkeit verleiht Bonhoeffers Theologie von Anfang an eine politische Stoßrichtung.